EP – Computer, Sex, Antibiotika

photo by Mathias Leidgschwendtner

whoiswelanski. Eine deutsche Band aus dem tiefsten ländlichen Oberbayern, die einen englischen Namen hat, von akustischem Schlagzeug bis zu digitalem Noise so ziemlich alles einsetzt, klassische Gitarren Balladen mit Autotune besingt und Popmusik macht, die irgendwie doch keine Popmusik ist…also wer ist Welanski? 

Die beiden Welanskis lassen uns mit dieser Frage noch im Dunkeln stehen. Nach ihrer Debüt-Single “16 Hertz” im September 2019, folgten die Auszeichnungen der SZJunge Leute und BR Puls als „Band der Woche“, die Aufnahme in die 22. Generation des Förderprogramms „Bandpool“ der Popakademie Baden-Württemberg, die ersten Liveshows (u.a. als Support von “Die Sauna” und „Die Kerzen“) sowie weitere Singles, allesamt zu hören auf dem im September 2020 erschienenen Debütalbum “Talk”. Gäsetliste.de findet, dass dieses “nicht zur abstrakten, intellektuellen Kopfgeburt verkommt, sondern auf perfide Weise durchaus zu unterhalten weiß” und freut sich, dass es “auch heutzutage noch Projekte, wie jenes gibt”. Westzeit bewertet es sogar mit 5/5 und The Postie schrieb schon Anfang 2020 von whoiswelanski als einem der aktuell spannendsten Projekte Bayerns. 

whoiswelanski ordnet sich selbst zwar im Psych Pop/Krautpop ein, hält sich jedoch alle Türen offen. Zu viel gibt es zu entdecken. “Vielleicht machen wir auch mal ein Metal-Album, wenn uns gerade danach ist”. Im Frühling 2021 machten die Beiden aber erstmal einen kurzen Abstecher in die 80er und 90er Jahre, beschränkten sich dabei auf lediglich ein Instrument, den legendären Korg M1 Synthesizer und sangen auf Italienisch bzw. holten sich dafür Verstärkung in Person von Gigante, einem italienischen Indie-Pop Musiker. Danach wird es wohl wieder psychedelischer und krautiger, oder eben ganz anders. Zu sehen und zu hören ist all das u.a. in ihrer eigens auf der Blockchain erbauten virtuellen Galerie, in der sie nicht nur ihre eigene Musik ausstellen, sondern auch anderen Küstler:innen ermöglichen wollen, ihre Kunst zu präsentieren und sich untereinander zu vernetzen.

“Non-sense, der Sinn macht” oder “irgendwie ein bisschen drüber” ist ihre Umschreibung dafür. Einfach laufen lassen. Das gilt nicht nur musikalisch, sondern auch visuell und für ihre Texte. Diese sind zwar nicht frei von jeglicher Aussage, jedoch stellen die Beiden deren Klang und nicht die rationale Aussage in den Mittelpunkt. Gerade deshalb legen sich die beiden auch nicht auf eine Sprache fest. Ihre Musik soll mehr den “Gegensatz als die Spiegelung der Gesellschaft” verkörpern. Ein wenig so wie ihr musikalischen Dasein in der oberbayerischen Idylle, wo sie mit ihrer täglichen stundenlangen Arbeit im Studio Keller so manchen Einheimischen verwundern. In jenem Keller schreiben die seit Grundschulzeiten befreundeten Musiker ihren weirden Pop, spielen alles selbst ein und schrauben solange daran, bis sich die Musik zu einem Ganzen fügt. Man darf gespannt sein, wo diese Reise noch hinführt und wer oder was eigentlich diese/r/s Welanski ist.