Photo: Anil Coskun

Ganz frisch und vielleicht sogar wundervoll blauäugig haben zwei junge Musik-Brains aus dem deutschen Süden beschlossen ein Projekt zu eröffnen: whoiswelanski. Offenbar eine Frage. Dennoch scheinen sie nicht unbedingt die Antwort suchen oder gar verraten zu wollen. Spannung garantiert. Losgelöst von jeglicher Struktur klingen die Songs eher durcheinander gewürfelt – dennoch aber stimmig in ihrer Gesamtheit. Man will hier auf gar keinen Fall in einem Schema festhängen. Der starke Sinn für Ästhetik lässt den Harmoniefluss in so bedrückend schöne Höhepunkte gipfeln – wie man sie beispielsweise von MGMT oder Tame Impala kennt – um dann wieder in verspielter Rhythmus-Ekstase zu zerbrechen. Vorahnung nicht möglich. Dadurch entsteht wahnsinnig intensiver Elektro-Pop, der rhythmisch und melodisch so ausgefuchst um die Ecke grinst, dass man meinen könnte, man habe mit Bon Iver den Schlafsaal im Songwriting-Camp geteilt. Letzteres ist womöglich ein wenig unwahrscheinlich, aber fest steht: whoiswelanski wissen was sie tun.

Ferdinand Walter